a) Der Gegner steht vor uns und hält mit einer Hand unser Handgelenk fest. Merke: die schwächste Stelle dieser Umklammerung ist, wenn man sich den Griff als "C" vorstellt (die Spitzen des "C" sind Daumen und Finger), die Lücke. Da müssen wir mit unserem Arm heraus. Also drehen wir unseren Arm so, daß der Gegner ihn durch die Lücke freigeben muß.
b) Der Gegner steht vor uns und hält mit beiden Händen ein
Handgelenk fest. Nun funktioniert sein Griff so, daß die beiden "C’s
ihre Lücken gegenseitig decken. Mit der unter a) beschriebenen Abwehr
kommen wir also kaum frei. Clever, wie wir sind, fassen wir nun mit der
noch freien Hand unsere andere und ziehen diese nach oben aus dem Griff.
Durch den Einsatz beider Arme haben wir nämlich jetzt doppelte Kraft.
Diese Technik kann man natürlich auch gegen einhändiges Handgelenkfassen
anwenden. Aber bedenken Sie: der Gegner hat dann immer noch eine Hand frei
für einen Schlag etc.
c)
Der Gegner preßt beim Händeschütteln unsere Hand schmerzhaft
zusammen. Sofort erzeugen Sie Gegendruck, fassen mit ihrer freien Hand sein
Handgelenk, lassen ihren Druck frei und reißen ihre Hand nach hinten aus
dem Griff. Wie funktioniert es: Durch den Gegendruck wird ihre Hand durch die
Muskelkontraktion breiter und dehnt den Griff des Gegners minimal.
Bei unerwartet fehlendem Gegendruck kann der Gegner seinen eigenen Druck
aber nicht sofort wieder verstärken, und genau diesen winzigen Moment
nutzen Sie, um aus seinem Griff zu flutschen. Die zweite Hand, die Sie
um das Handgelenk des Gegners gelegt haben, drückt in Richtung des
Gegners, verstärkt die Aktion und verhindert, daß der Angreifer
nachfaßt.
Grifflösen weiterführend
Der Gegner steht hinter uns und faßt unsere beiden Handgelenke
mit seinen Händen. Die einfachste Gelegenheit freizukommen, ist den
Gegner von uns mit dem Fußstoß rückwärts zu entfernen.
Dazu sehen wir uns nach hinten um, damit wir den Standort des Angreifers
erkennen. Wir ziehen unser Lieblingsbein an, drücken es nach hinten
und setzen es auf dem Bauch des Gegners auf. Indem wir nun in der Hüfte
nach vorne abknicken, stoßen wir durch vollständige Streckung
des Beines den Gegner von uns weg. Wichtig ist dabei, unser Gleichgewicht
zu halten (im Eiskunstlauf heißt diese Figur nicht umsonst "Waage").
"Der Blendschlag"
Der Blendschlag von unten kann Schock- oder Schlagtechnik sein.
Er ist relativ einfach einzusetzen, hat aber nur an bestimmten Stellen die Wirkung eines Fauststoßes, wenn man nicht über die notwendige Schlagkraft verfügt. Bevorzugtes Ziel des Blendschlages ist daher das Gesicht: Kinn, Nase, Augen. Wir schießen den Handballen von der Hüfte aus mit angewinkeltem Arm ab, der Handrücken zeigt dabei nach unten. Jetzt wird der Arm gestreckt und erst kurz vor dem Ziel dreht sich die Hand nach oben.
Warum
wir die Hand zu Anfang nach unten halten hat den Grund, daß es der natürlichen
Haltung viel mehr entspricht und das "Eindrehen" zusätzliche Wucht bringt.
Während der Blendschlag Richtung Kinn noch relativ harmlos ist, kann er
an Nase und Augen gefährliche Schäden anrichten. Die Nase, von unten
richtig getroffen, neigt bei voll durchgezogenem Blendschlag dazu, sich mit
den festen Bestandteilen Richtung Gehirn zu bewegen, was den Gegner so ziemlich
kampfunfähig macht (evtl. für immer!).
Wenn Sie die Augen des Gegners angreifen wollen, sollten Sie aus ihrer Hand eine Kralle machen und so schlagen, daß der Handballen zwar Kinn oder Mund, die Fingerspitzen aber die Augen treffen.
Verteidigung gegen folgende Angriffe sind u.a. denkbar:
a) Würgen von vorn mit beiden Händen
b) Würgen von der Seite mit beiden Händen
Der Blendschlag von oben ist ganz einfach erklärt. Wir nehmen
einfach die flache Hand und Schlagen damit von oben auf Augen und Nase.
Wer schon mal einen auf die Selbige gekriegt hat, weiß selbst, wie
schmerzhaft das ist und wie blind man sich fühlt, weil die Augen tränen.
zu "Der Kniestoß"
Der
Kniestoß funktioniert sowohl als Schock, als auch als Verteidigungstechnik.
Die Ausführung ist recht einfach, da die Grundausführung nur aus einem
Hochreißen des Knies besteht. Nur schnell und explosiv soll es sein und
treffen muß man.
Als Ziele bieten sich an:
1. Das männliche Genital
2. Der Solar-Plexus
Atemitechnik: Spanntritt
Der Spanntritt hat bei uns nur zwei Ziele: die Genitalregion des männlichen
Gegners oder den Fußball Ihres Sohnes.
Und
wenn Sie schon am Objekt üben lassen wollen: bevorzugen Sie den Ball. In
Gefahr aber scheuen Sie sich nicht, dem Gegner zu zeigen, wo die Glocken hängen,
auch wenn er nachher mit jeglicher Art der Familienplanung nichts mehr am Hut
haben sollte.
Wir treten nicht fußballmäßig, denn ein Fußballer holt weit aus, und das kostet uns wertvolle Zeit. Wir stehen ganz normal oder mit dem Trittbein nach hinten.
Dann wird das Bein angewinkelt hochgezogen, so daß der Oberschenkel
etwas über das Ziel zeigt und der Unterschenkel senkrecht ist. Fuß
und Zehen werden so durchdrückt, daß sie mit dem Unterschenkel
eine Linie bilden. Dann schnappt der Unterschenkel nach oben und wir treffen
mit dem Spann unser Ziel. Dann ziehen wir den Unterschenkel wieder an und
setzen den Fuß ab.
Der Stampftritt
Eine
einfache Technik, die sowohl als Schock-, als auch als Abwehrtechnik genutzt
werden kann. Ein kräftiger Tritt auf den Fußrist nach unten oder
ans Schienbein nach hinten kann Wunder wirken. Zumindest wird es den Griff lockern.
Danach heißt es natürlich weiterarbeiten.
Der Kopfstoß
Ist
eine weitere Schocktechnik und noch einfacher. Wir setzen den Kopf als Waffe
gegen das Gesicht des Angreifers ein, damit er irgendwelche Angriffe lockert.
Atemitechnik: Ellenbogenstoß
Technik
Bisher
haben wir bei den Karatetechniken immer nur Schläge und Tritte behandelt,
die für große Distanz zum Gegner geeignet waren. Für die Halbdistanz
und den Nahbereich haben wir den Kniestoß und den Ellenbogenstoß.
Aufgrund der kleinen Aufprallfläche ist der Ellenbogenstoß nicht
zu unterschätzen.
Richtig ausgeführt "bohrt" sich der gerade Ellenbogenstoß,
bildlich dargestellt, in den Gegner hinein. Zu dem im Halbkreis ausgeführten
Ellenbogenstoß kommen wir später. Zur Ausführung ist eigentlich
nicht viel zu sagen. Wir ballen die Hand zur Faust. Der Handrücken
bildet mit dem Unterarm eine gerade Linie.
Ellenbogenstoß rückwärts
Der
Gegner steht hinter uns und würgt uns beidhändig. Wir machen nun mit
dem linken Bein einen Schritt zur Seite und lassen uns etwas tiefer sacken.
Dadurch stehen wir etwas seitlich vom Gegner. Wir machen uns nun das Prinzip
der Gegensätzlichkeit zu Nutze, wie wir es beim Handballenstoß gelernt
haben, nur umgekehrt. Der rechte Arm, mit dem wir den Ellenbogenstoß ausführen,
geht nach vorne, die andere Hand ist an der Hüfte. Nun bewegen wir beide
Arme in die Gegenrichtung, wobei der Schlagarm hinter uns mit dem Ellenbogen
den gegnerischen Bauchbereich trifft. Der Faustrücken des Schlagarmes zeigt
dabei zu Boden!
Ellenbogenstoß seitwärts
Bsp.:
Der Gegner würgt uns beidhändig von der Seite. Wir machen einen Schritt
in den Gegner hinein und lassen uns etwas tiefer sacken. Auf die Faust des Armes,
mit dem wir den Ellenbogenstoß ausführen, legen wir zur Unterstützung
der Kraft die freie Hand. Dann stoßen wir in Richtung Bauch. Der Faustrücken
des Schlagarmes zeigt dabei nach vorne !
Ellenbogenstoß halbkreisförmig
Dieser
Ellenbogenstoß wird, wie der Name schon sagt, nicht gerade, sondern im
Halbkreis geschlagen. Ein möglicher Angriff wäre z.B. einhändiges
Würgen sowie Revers- oder Schulterfassen von vorne. Auf jeden Fall müssen
wir die Distanz zum Gegner so reduzieren, daß wir im Nahbereich sind,
um den Ellenbogenstoß auch effektiv anbringen zu können. Dies erreichen
wir durch einen Schritt in den Angreifer hinein. Unterstützen können
wir die Distanzverringerung zusätzlich durch ein Heranziehen des Gegners,
indem wir seinen Kopf im Genickbereich mit einer Hand fixieren. Der freie Arm
führt nun mit dem Ellenbogen einen halbkreisförmigen Schlag von außen
nach innen in Richtung des gegnerischen Gesichts aus.
Sollten wir wider Erwarten nicht treffen,
können wir immer noch mit einem seitlichen Ellenbogenstoß mit
dem gleichen Arm in Richtung Kopf des Angreifers nachsetzen.
Der Defensivblock
Da
es recht schwierig ist, sowohl vom Kraftansatz, als auch von der Technik her
einen Karateblock zu erlernen, haben wir auf einen simplen Trick zurückgegriffen.
Diesen Defensivblock lernen z.B. amerikanische Marines in der ersten Stunde
ihrer Ausbildung.
Hierbei werden einfach beide Fäuste als Deckung vor das Gesicht genommen und das Knie als Schutz der Unterleibsregion hochgerissen. Wenn wir diese Technik nun in der Art anwenden, daß wir uns in den Angreifer dabei hineinfallen lassen, haben wir gleichzeitig einen Angriff mit dem Knie gegen den Angreifer geführt.
Der Effekt, die Überraschung des Gegners, ist damit erreicht. Wenn
wir nun unseren Angriff nicht stoppen, sondern mit einer weiteren Technik
fortfahren, sollte die Überraschung des Gegners in seiner Flucht enden.
Der Preßluftschlag
Beim Preßluftschlag formen wir beide Hände derart, als wenn wir Wasser aus ihnen trinken wollten. Wenn wir nun mit den Handinnenflächen gleichzeitig auf beide Ohren schlagen, kommt es zu Preßlufteffekt. Luft wird in das Ohr gepreßt und es kann zu Schädigungen des Trommelfells kommen. Zumindest allerdings kommt es zu Schmerzen und zu einer Irritation des Gleichgewichtsorgans. Das heißt, daß der Angreifer kurz- bis längerfristig nicht weiß, wo oben oder unten ist.
Es kann hier zu Spätfolgen kommen, deshalb
sollte man die Verhältnismäßigkeit beachten. Ich meine
Sie sollten nicht schon bei Beleidigungen Ihren Gegner zum Rollstuhlfahrer
machen!!!
zu: Der Handrückenschlag
Eine
recht einfache Technik mit großer Wirkung. Zunächst ballen wir die
Hand zur Faust und bringen sie zum Brustkorb.
Dann visieren wir mit dem Ellbogen den Gegner an. Wir benutzen dabei den Ellbogen als eine Art Fadenkreuz.
Jetzt schleudern wir einfach die Faust in Richtung des anvisierten Zieles
und treffen mit den Knochen unserer Faust den Angreifer.
Versuchen Sie den Arm und die Faust als eine Art Peitsche zu sehen. Diesen Peitscheneffekt nutzen wir für große Kraftentfaltung.
Kombinationsabwehr: beidhändiges Würgen am Boden von hinten
Wir liegen auf dem Rücken. Der Gegner kniet hinter unserem Kopf
und würgt uns mit beiden Händen. Ganz allgemein ist zu sagen,
daß man mit ausgestreckten Armen nicht effektiv würgen kann.
Der Gegner muß also seine Arme etwas anwinkeln. Damit sollte sein
Kopf in Reichweite unserer Hände sein (ist dies nicht der Fall, schlagen
wir mit unseren Handgelenken in seine Ellenbeugen, um den Abstand zu verkürzen).
Dann schlagen wir mit beiden Händen auf die gegnerischen Ohren (Preßluftschlag),
was nicht nur schmerzhaft ist, sondern bei knallharter Ausführung
zu bleibenden Schäden führen kann. Nun fassen wir die Ohren des
Gegners. Jetzt führen wir den Genickdrehhebel aus.
Wir führen die Bewegung nun seitlich weiter (mit der rechten Hand
nach links, mit der linken nach rechts) und wenden den Gegner damit um
seine Achse auf den Rücken (Genickdrehhebel). Wir drehen uns gleichzeitig
mit, gehen auf die Knie und verpassen dem Angreifer einen saftigen Schlag
auf die Nase.
Reversfassen von hinten
Der Angreifer kommt von hinten und faßt mit einer oder beiden Händen auf unsere Schulter und zieht daran.
Diesen Zug den der Angreifer anwendet wollen wir ausnutzen. Wir breiten die Arme aus, als ob wir ein Flugzeug spielen würden. In einer Drehbewegung lassen wir uns nach hinten ziehen und schwingen dabei die Arme einem Hubschrauber gleich über die Arme des Gegners.
Das heißt, wir vollführen eine volle Drehung um die eigene Achse.
Nachdem wir uns so von unserem Gegner befreit haben, drehen wir uns wieder zum Gegner zurück. Dabei haben wir schon eine Faust geformt und schlagen nun dem Gegner wiederum aus dieser hubschrauberartigen Drehbewegung heraus diese Faust an den Kopf (Handrückenschlag).
Als noch mal: Erst links oder rechts ganz herum drehen und dabei den
Griff sprengen, dann rechts oder links halb herum drehen und dem Gegner
die Fäuste an den Kopf schleudern.
Der Hüftschub
Wir nehmen die Situation an, daß der Angreifer auf unserem Bauch sitzt und unsere Hände festhält. Manch einer wird jetzt sagen, daß er sich nun gar nicht mehr wehren kann. Was natürlich nicht richtig ist.
Denn
es ist wichtig bei der nachfolgenden Verteidigung, daß der Angreifer mit
seinem Schwerpunkt vor seiner Hüfte ist. Das ist dadurch erreicht, daß
er unsere Arme festhält oder uns würgt.
Nun müssen wir nur noch die Füße flach auf den Boden
aufsetzen, so daß die Beine angewinkelt sind. Was jetzt folgt ist
entscheidend dafür, daß die Technik auch funktioniert. 1. muß
das Gewicht des Angreifers nach vorne verlagert sein. 2. Stoßen wir
den Neinschrei aus um a) den Gegner zu irritieren und b) aus diesem Schrei
Kraft zu holen. 3. Schieben wir nun die Hüfte mit aller uns zur Verfügung
stehenden Kraft und insbesondere blitzartig nach oben. Dadurch katapultieren
wir den Angreifer über unseren Kopf hinweg. Wir dürfen jetzt
natürlich nicht unsere Aktion beenden, sondern sollten nun mit allem
was uns zur Verfügung steht, auf alles was vom Gegner in Reichweite
ist und weh tut einschlagen.
Die Schlange
Komischer Name für eine Technik. Aber wir stellen uns vor, daß irgend etwas auf uns gefallen ist und wir uns nun darunter wegschlängeln müssen. Dies gilt im übertragenen Sinn.
Das "irgend etwas" ist natürlich der Angreifer und so einfach wegschlängeln funktioniert auch nicht, aber wenn wir gleichzeitig mit dem schlängeln versuchen ihn zu treten, zu schlagen, zu kratzen und auch noch anschreien funktioniert es. Wichtig ist, daß wir gezielt und mit aller Kraft vorgehen. Denn auch dies ist alles opferuntypisches Verhalten, was den Angreifer zur Flucht veranlaßt.