Wenn es doch passiert ist!

Was muß ich bei der Anzeigenerstattung beachten?

Es ist nur verständlich, daß Sie bei der Anzeigenerstattung mit einer Frau reden wollen. Meist ist es jedoch ein Mann, der zuerst am Ort des Geschehens ist. Da vielleicht noch die Fahndung nach dem Täter im Nahbereich Erfolg verspricht, sollten Sie versuchen dem Beamten eine so genaue Personenbeschreibung zu geben wie möglich.

Dadurch, daß auch die Schutzpolizei immer mehr mit Frauen durchsetzt ist, ist die Chance groß sich schnell mit einer Frau zu unterhalten, die die Anzeige aufnehmen kann. Es gibt spezielle Schulungen der Polizei für weibliche Schutzpolizisten. Die Beamtin kommt manchmal nicht umhin Ihnen Fragen zu den sexuellen Praktiken des Täters zu stellen. Dies hat nichts mit Neugier zu tun sondern mit dem oftmals individuellen Tatverhalten des Täters. Es kann sein, daß gerade über die individuelle Vorgehensweise der Täter ermittelt werden kann.

Verändern Sie bitte den Tatort nicht. Die Polizei benötigt für die spätere Beweisführung vor Gericht Tatspuren. Diese Spuren befinden sich nicht nur am Tatort, sondern auch an Ihnen.

Ich verstehe den Wunsch einer Frau sich die "Schandtat" erst mal mit Wasser und Seife abwaschen zu wollen. Aber dadurch werden viele Täterspuren vernichtet. Wechseln Sie auch nicht die Unterwäsche, die Anhaftungen können wichtig sein zur Beweisführung. Sie können das alles noch machen, wenn ein Arzt/Ärztin diese Spuren gesichert haben.

Worauf der Arzt oder die Ärztin zu achten hat sagt ihm/ihr die Polizei.

Deshalb ist wichtig! Gehen Sie erst zur Polizei und lassen Sie sich danach erst ärztlich versorgen, bzw. den Arzt/Ärztin die Untersuchung vornehmen.

Ich verstehe, wenn Sie jetzt innerlich aufschreien und sich darüber Gedanken machen, was Sie noch alles über sich ergehen lassen müssen, aber das ist nun mal die Vorgehensweise.

Aber jetzt mal ehrlich! Wollen Sie, daß derjenige, der Ihnen die Wunden an der Seele geschlagen hat, davonkommt.

Denken Sie an andere Frauen, die vielleicht noch überfallen und vergewaltigt werden, nur weil Sie geschwiegen haben oder Spuren vernichtet wurden.

Ein Mann (ich sträube mich bei dem Gedanken einen solchen Vertreter der Gattung Mensch Mann oder überhaupt Mensch zu nennen), der Frauen so etwas antut, gehört bestraft.

Denken Sie auch an Ihre eigene Genugtuung. Es ändert zwar nichts an der geschehenen Vergewaltigung, aber es tut mit Sicherheit gut, diesen Täter gefaßt zu sehen.