Ein simpler Vorgang, über den sich Tiere genauso wie über
eine mögliche, daraus resultierende Schwangerschaft keine Gedanken
machen. Vergewaltigung ist für Tiere ein Geschlechtsakt, mehr nicht.
Doch wir Menschen haben die Fähigkeit, zu denken und zu fühlen,
und daher empfinden wir diese Art von Geschlechtsakt als abscheulich. Eine
Frau, die in Verzückung käme, würde für einen Vergewaltiger
so uninteressant wie Langnese für einen Eskimo. Da liegt der Punkt.
Die Frau wehrt sich. Denn die Vergewaltigung schmerzt geistig und hinterläßt
die Narben in der Seele. Für die Vergewaltiger ist die sexuelle Befriedigung
zweit-, wenn nicht drittrangig. Primär geht es ihm um das Ausüben
von Macht über einen Schwächeren. Und so finden wir den Grund
für Selbstverteidigung in der Selbsterhaltung, im "NEIN", welches
wir dem Angreifer sowohl verbal als auch körperlich entgegenstellen.
Denn dieses "Nein" wäre ohne die körperliche Unterstützung
vermutlich unbrauchbar. Aber es ist die Basis, die man braucht.
Wer kennt nicht die Situation, oder hat von ihr gehört, wenn
man einen netten Menschen kennenlernt, und mit ihm, obwohl man es gar nicht
wollte, am nächsten Morgen erwacht. In der Psychologie nennt man so
etwas einen Appetenz-Aversions-Konflikt. Einerseits steht der Wunsch nach
Zärtlichkeit, andererseits verstößt es gegen die eigenen
Prinzipien, direkt am ersten Abend sexuellen Kontakt zu haben. Und dieses
"nicht NEIN sagen können" wird der Frau von den Männern leicht
anders ausgelegt, als man es sich wünscht: "Die ist leicht zu haben,
die habe ich gestern auch schon flachgelegt, solltest Du auch mal drangehen,
die braucht es !" Bei Männern treten da Skrupel weit seltener auf,
man ist ein "toller Hecht", man hat "die Perle flachgelegt".
In der Psychologie kennt man den Hund, der nach Drücken einer
bestimmten Taste Futter bekommt und diese Taste zu drücken lernt.
Jeder Mann, der also einmal mit dieser Masche Erfolg hatte, wird sie nach
Möglichkeit immer wieder anwenden (bestes Beispiel sind Heiratsschwindler,
die durch ihr weltmännisches, charmantes Auftreten immer denselben
Frauentyp in ihren Bann schlagen und sich nicht nur aus der sexuellen Not
der Frau den finanziellen Erfolg sichern).
Aber selbst bei vorhandenem "NEIN" kommt die Frau in Grenzsituationen,
in denen nur noch körperliche Gegenwehr hilft. Nach einer Statistik
des BKA sind ca. 73 % der Vergewaltigungen in der Wohnung des Opfers oder
des Täters verübt worden, davon kannten ca. 90 % der Opfer den
Täter schon vorher.
Auch wenn der in der Kriminologie verwandte Begriff des "selbstprovozierenden
Opfers" nur auf einen Bruchteil der Frauen zutrifft und fast gar nicht
gibt, könnte durch Vorsorge sicherlich ein Teil der Vergewaltigungen
vermieden werden, z.B. jemanden über einen längeren Zeitraum
in Gesellschaft anderer Menschen erst besser kennenzulernen, bevor man
ihn nach Hause einlädt, oder durch eindeutiges Verhalten von Anfang
an zu zeigen, daß man jemanden zwar vielleicht nett findet, aber
nicht als Sexualpartner in Betracht zieht. Sicherlich macht es Spaß
zu flirten, aber die Gefahr, jemanden hinterher nicht wieder loszuwerden,
ist nun mal da. Und während der romantische Mann auf rosa Wolken schwebt
("Hurra, sie hat mich angelächelt!"), ist unser potentieller Sextäter
in Gedanken vielleicht schon am Ziel ...
zum Anfang
- Selbstverteidigung / Selbstbehauptung ist KEIN Kampfsport
- Sie brauchen KEIN jahrelanges Training (obwohl es nicht schadet)
- Sie brauchen NICHT besonders sportlich zu sein
- Sie brauchen KEINE besondere Kleidung (Jogginganzug genügt)
Schon immer haben manche Männer aufgrund ihrer sozialen Stellung (sexueller Mißbrauch von Abhängigen), ihrer kirchlich / ehelichen Macht ("die Frau sei dem Manne untertan", Vergewaltigung in der Ehe, "Züchtigungsrecht"), ihres ausgeprägten Sexualtriebes und psychopathischen Veranlagung Straftaten gegen die freie Selbstbestimmung und körperliche Unversehrtheit der Frau begangen. Doch damit das aufhört,....
Gibt es die Selbstverteidigung.
Im alten China und Japan entstand sie zum Schutz der Unterprivilegierten
gegen die Adeligen und die Soldaten, denn nur diesen war das Tragen und
Benutzen von Waffen erlaubt. Und so mußten die Unterdrückten
lernen, sich Waffenlos oder mit alltäglichen Gegenständen zu
wehren. Wichtig dabei war, wie auch noch heutzutage, die geistige Einstellung.
Auch damals beherrschte das "NEIN" die Kampfbereitschaft und den Widerstand.
Doch die größten Kämpfer waren die, die dem Kampf aus dem
Wege gingen. Eine Art Selbstschutz, den auch wir für unseren Kursus
vertreten, getreu dem Motto: "Wer sich in Gefahr begibt kommt darin um".
Deshalb: besser längere, bewohnte, beleuchtete Wege gehen,
besser mit vertrauenswürdiger Begleitung in einen Pub gehen, etc.
Kommt es aber zum Konflikt, ist man auf sich selbst gestellt, zählt
nur noch die Bereitschaft zum Kampf, der Wille, den Gegner auszuschalten,
die Bereitschaft, das eigene Leben so teuer wie möglich zu verkaufen.
Spätestens dann sollen alle Hemmungen, einem anderen Menschen wehzutun,
verflogen sein. Sonst ist dieser Kurs nutzlos gewesen. Ihr Gegner hat nämlich
vielleicht keine Hemmungen, Sie zu quälen oder gar zu töten.
Sie sollten wie eine über Bewegungsmelder geschaltete Lampe sein und
in dem Moment wo man sie braucht voll da sein.
Ja, Sie sollen explodieren. Eben noch das vermeintliche Opfer, jetzt
die knallharte, äußerst wehrhafte Gegnerin.
Doch genau dadurch haben Sie einen Vorteil:
Die Überraschung.
Denn der Täter rechnet zwar eventuell mit Gegenwehr. Aber mit
unkoordinierter. Die, leider zu oft, entweder die untauglichen Körperstellen
betrifft (z.B. "Trommeln gegen die Brust") oder mit weniger tauglichen
Mitteln (Kratzen, Beißen, Spucken) als einziger Technik durchgeführt
wird. Und was nutzt schon der Kniestoß Richtung Genitalbereich, wenn
er nicht knallhart und für den Mann unvorhersehbar durchgeführt
wird ...zum Anfang
A.Gefahren erkennen; Gefahren vermeiden!
Das ist ganz einfach erklärt. Ich mache lieber einen Umweg
und benutze eine belebte Straße oder ein Taxi, als durch eine für
mich gefährliche und einsame Gegend zu gehen. Das hat nichts mit Feigheit
zu tun, sondern mit Intelligenz. Keiner begibt sich unnötig in Gefahr.
Selbst wenn jemand uns feige schimpft, dann getreu dem Motto „ Lieber einmal
feige, als immer tot!"
zum Anfang
Bei fast allen Angriffen, denen Sie ausgesetzt sein können,
gibt es für die Verteidigung notwendige Regeln, die Sie immer beachten
sollten und die genauso wichtig sind wie die eigentliche Aktion, mit der
Sie Ihren Gegner ausschalten. Der erste Schritt zur Abwehr ist das Wort
"Nein". Zum ersten muß das Nein und die Bereitschaft zur Selbstverteidigung
im Kopf sein. Zu zweiten sagt man es zum Angreifer, damit er Bescheid weiß
(Die Lautstärke ist frei wählbar, jedoch je lauter, desto besser).
Trauen Sie sich ruhig "Nein" zu sagen, wenn Sie es so meinen. Setzen Sie
Ihren Standpunkt durch. Der erste Schritt zur Selbstbehauptung beginnt
mit einem "Nein". Bleiben Sie ruhig, auch wenn Ihnen das Herz im Leibe
pocht. Und wenn Sie auch Ihre gesamte Wut in die Abwehr legen sollen, werden
Sie nicht blindwütig. Sie kommen damit in die Gefahr, ziellos draufzuschlagen.
Deshalb: agieren Sie mit "kalter Wut". Wenn es die Angriffsart zuläßt,
halten oder suchen Sie Abstand. Es macht den Angriff für Sie durchschaubarer
und hält Sie aus der unmittelbaren Gefahrenzone. Blicken Sie Ihrem
Gegner nach Möglichkeit immer in die Augen. Nur so haben Sie Ihn immer
ganz im Blickfeld, vorausgesetzt, er steht in Schlagabstand vor Ihnen.
Keine Sorge, Sie sehen seinen Angriff seinen Augen an. Und selbst wenn
nicht, nehmen Sie den Angriff in Ihren Augenwinkeln wahr, was zu reflexartigem
Handeln Ihrerseits führt, da Sie nicht ständig auf seine Arme,
oder Fäuste starren.
Eine plötzliche Irritation des Gegners durch überraschendes Anschreien, Anspucken, Schlagen, Treten, Werfen von Gegenständen nennt man "Schocken". Diese Aktion soll den Gegner von unserer Folgetechnik ablenken und/oder bewirken, daß er ganz kurz seinen Angriff unterbricht. Jeder hat schon mal erlebt, wenn man aus einer Tür tritt und es steht plötzlich jemand vor einem. In Gedanken wird ein kleines "uurrrkkks" ausgestoßen und man verdaut erst mal den kurz eintretenden "Herzkasper". Diesen eintretenden Schock nennt man Sack- oder vagotone Schockphase. Das ist es, was wir bei dem Angreifer erreichen wollen. Durch massiven Widerstand bei dem Gegner eine Sackphase schaffen, die nach wissenschaftlichen Untersuchungen, zwischen 1 sec. bis 20 sec. andauern kann.
Bei Technikausführung sollten Sie einen Kampfschrei ausstoßen:
er gibt Ihnen zusätzliche Kraft und fördert gleichzeitig die
vorher erwähnte Sackphase. Wenn Sie nicht wissen, was, schreien Sie
einfach nochmals...
"NEIN"!
Ach ja, wenn es zu einem Angriff kommen sollte und Sie meinen, um
Hilfe rufen zu müssen,........ vergessen Sie es. Es kommt Ihnen sowieso
keiner zu Hilfe.
Unser Tip in solch einer Situation:
Rufen Sie "Feuer"!zum Anfang
Wie Sie sicherlich schon bemerkt haben, gibt es in unserer Welt
Gegensätze, die nicht nur auf Kleinigkeiten beruhen. Bei den Japanern
ist dies Grundsatz ihrer Philosophie. Das bekannte Zeichen dafür ist
. Die Namen sind Yin und Yang. Gut und Böse, Feuer und Wasser, Himmel
und Hölle, Mann und Frau (Sie müssen das mit den Kleinigkeiten
ja nicht so wörtlich nehmen !), Angreifer und Verteidiger, Sieger
und Besiegte, Opfer und Täter, Gute Zeiten - Schlechte Zeiten (Entschuldigung,
die gibt es nur auf RTL).
Die Übergänge sind fließend, und so gibt es in uns
nicht nur Gutes, sondern auch Böses, und es gibt männliche Frauen
und weibische Männer etc.. Für unseren Selbstverteidigungskurs
bedeutet das: die Gejagte kann zum Jäger, das Opfer zum Täter
werden. Wir haben inzwischen gelernt, notfalls die Situation umzukehren
und aus scheinbar Besiegten Sieger zu machen. Denn ich hoffe, in Ihren
Reihen genug Selbstvertrauen zu finden, die das möglich macht, und
wenn Sie nur ihren gewohnten Heimweg "sicherer" gehen, im Bewußtsein
möglicherweise drohender Gefahr, aber mit dem Herz in der Faust und
nicht in der Hose. Aus eigener Erfahrung können wir sagen, daß
wir vor einem Kampf auf der Matte und danach gezittert haben vor Aufregung
und Anspannung, aber dazwischen - waren wir eiskalt. Und das sollen Sie
auch werden. Sehen Sie es mal so: die Situation ist da, und Sie können
sie nicht ändern. Aber Sie können ihren Ausgang beeinflussen.
Und - vom Gejagten zum Jäger werden.
zum Anfang
Kennen Sie den Unterschied zwischen Emma Peel (oder Brigitte
Nielsen oder Grace Jones der Greta Garbo) und der Mona Lisa ? Na gut, Mona
Lisa war nicht im Film, aber etwas unterscheidet sie ganz besonders: ihre
Haltung. Lieb lächelnd, den Kopf etwas geneigt, die Traumfrau für
den dominanten Mann. Dagegen Grace Jones: eiskalte Augen, dominantes Auftreten,
unantastbar. Frage: wie wird aus Ihnen, liebe Leserin, eine Grace Jones
? Ganz einfach. Setzen Sie sich doch einmal hin wie Mona Lisa. Dann heben
Sie Ihren Kopf ein Stück, und - Sie sehen "normal" aus. Heben Sie
den Kopf noch ein Stück, und - Sie sehen überheblich, unantastbar
aus - wie Grace Jones oder Emma Peel etc. Warum plustert sich ein Vogel
auf, warum trommelt ein Gorilla auf seine Brust, warum zieht "Mann" seinen
Bauch ein, wenn ein hübsches Mädchen vorbeigeht ? Die Lösung:
Körpersprache. Sowohl durch die Haltung des Kopfes als auch durch
die Haltung des Körpers signalisieren wir unserem Gegenüber,
was und wer wir sind und was wir fühlen. Und da wir alle Schauspieler
sein können, auch dann, wenn es uns eigentlich nicht danach ist, können
wir diese Signale senden, um uns selbst zu schützen oder uns Persönlichkeit
zu geben. Wenn Sie das nächste Mal John Wayne im Fernsehen sehen,
achten Sie einmal darauf: Aufrecht, beim Gang nur die Hüften bewegend,
den Kopf etwas über Normalposition erhoben. Genauso sollen Sie sich
zu bewegen lernen. Machen Sie sich groß und stark, gehen Sie nicht
gebeugt und ängstlich. Sie signalisieren Selbstbewußtsein. Ein
Teil Ihrer Gegner wird dadurch abgeschreckt, auch wenn sie nur bluffen.
Probieren Sie es aus: Gehen Sie über eine belebte Straße und
sehen Sie einem entgegenkommenden Mann fest und ohne zu lächeln in
die Augen, bis er ..........
..........wegschaut!zum Anfang
Es gibt verschiedene Möglichkeiten auf eine Situation zu
reagieren, wenn man, wie sagt man so schön "doof von der Seite angemacht
wird". In einigen Fachbüchern wird dann ein Kommunikationsmodell erstellt,
in dem man lernt jegliche Eskalation zu vermeiden und beruhigend auf sein
gegenüber einzureden, Distanz zu wahren oder den verstehenden Vater-
oder Mutterersatz zu mimen.
Dies ist sicher richtig, wenn man sich bereits in einer Vergewaltigungssituation
befindet. Zeit schinden würde man dazu sagen. Auf die richtige Gelegenheit
warten, um sich zu wehren, wenn es momentan nicht ratsam wäre, weil
man ein Messer am Hals hat.
Aber was konkret kann man tun, wenn man einen blöden Spruch
untergeschoben bekommt? In einer Disco, wo viele andere Menschen versammelt
sind kann man den Sprücheklopfer bloßstellen, indem man ihn
ohrfeigt, oder laut seine vielleicht sexuelle Anzüglichkeit wiederholt.
Was aber im U-Bahnschacht oder den an der Ecke rumhängenden Jugendlichen
erwidern?
Zunächst einmal nonverbal zeigen, daß man nicht der Typ
ist, den man so einfach anspricht. Siehe hierzu Kapitel XI. Körpersprache.
Ansonsten den Verbaltäter überraschen, sich auf seine Sprachebene
begeben und einen vielleicht vorbereiteten Spruch zurückschieben.
Das wäre unser Tip zu diesem Thema. Die Flucht nach vorn.zum
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