Frauen sind keine Opfer!!!

|Was ist schon eine Frau? |Was ist schon ein Mann? |Was ist Vergewaltigung? |Was ist Selbstverteidigung? |Was ist Selbstbehauptung? |PSI |Spiegelsprüche |Das "NEIN" |Das Gegensatzprinzip |Körpersprache |Kommunikation
 
 

I. Was ist schon eine Frau ?

Wie die Geschichte zu berichten weiß, schon immer das unterdrückte, zweitrangige Geschlecht, Teil des männlichen Besitzstandes, Haushälterin, Putzfrau, Nachkommenmaschine.
In islamischen Ländern zählt eigentlich nur der Sohn, die Frau als solche drückt durch Leibesumfang Wohlstand aus. Doch auch in unseren Breiten findet man die Unterordnung der Frau - denn welcher Mann läßt sich nicht gerne verwöhnen, möchte bestimmen, was in der Partnerschaft zu passieren hat und erwartet, den Kaffee gekocht, das Essen fertig und das Bier vor dem Fernseher stehen zu haben. Schuld an diesem Zustand ist sicherlich die Erziehung, bei der die Jungen im Vater das beste Beispiel für die männlich dominierte Gesellschaft finden, die Mädchen von der Mutter auf ihre Rolle als Frau ebenso unbewußt vorbereitet werden.
Das wäre ja alles nicht weiter schlimm, aber die moderne Frau hat in kürzester Zeit diese alten Normen über Bord geworfen. Sie ist selbstbewußter geworden, beruflich und privat. Vorbei die Zeiten für manche Männer, wo morgens frische Socken und Unterhose neben dem gebügelten Hemd lagen, und so mancher hat seine Konsequenzen daraus gezogen und ist Hausmann geworden, weil seine Frau auch beruflich die bessere Karriere gemacht hat.
 

II.Was ist schon ein Mann ?

Nunja, die "Krönung" der Schöpfung. Wie die Geschichte lehrt. Adam und Eva lassen wir jetzt mal weg, aber Beispiele gibt es in der Geschichte genug. Warum wurde das abscheulichste kirchliche Verbrechen, die "Heilige Inquisition", nur von Männern geleitet, warum wurden nur Frauen als Hexen verbrannt, während Hexer eher bewundernd als Alchimisten gefeiert wurden ? Warum empörte es im 16. Jahrhundert in England kaum jemanden, daß Heinrich der VIII. zwei seiner Ehefrauen köpfen ließ (einer davon versuchte er, einen Liebhaber unterzuschieben, um sich selbst einer anderen Frau zuwenden zu können) ? Warum sprach man in vergangenen Kriegen nur von der Zahl der gefallenen Soldaten, ohne die unzähligen Frauen zu erwähnen, die das Los der Vergewaltigung, des zu Tode quälens und der Sklaverei über sich ergehen lassen mußten ? Warum wurde im alten Babylon die Frau wie ihr Vergewaltiger bestraft und gefesselt in einen Fluß geworfen (wenn ihr Mann ihr "vergeben" wollte, konnte er ihr nachspringen und sie retten) ? Warum wurde bei den Hebräern außerhalb der Stadt vergewaltigten Frauen vergeben, die innerhalb der Stadt vergewaltigten zusammen mit dem Vergewaltiger gesteinigt (Grund: die Frau hätte ja um Hilfe rufen können) ? Männer haben also schon immer aus der patriarchalischen Ordnung ihre Vorteile gezogen: Männerwitze, die Rolle der Frau als für sexuelle Gelüste leicht zu habendes Wesen (woran sicherlich die Prostitution und deren Förderung, verbunden mit der pornographischen Vermarktung nicht unschuldig ist), die fragwürdige Erkenntnis Sigmund Freuds, daß den Frauen der Masochismus angeboren ist, das männlich soziale Problem, sich in der Welt notfalls mit Gewalt durchzubeißen zu müssen. zum Anfang
 

III.Was ist schon Vergewaltigung?


Ein simpler Vorgang, über den sich Tiere genauso wie über eine mögliche, daraus resultierende Schwangerschaft keine Gedanken machen. Vergewaltigung ist für Tiere ein Geschlechtsakt, mehr nicht. Doch wir Menschen haben die Fähigkeit, zu denken und zu fühlen, und daher empfinden wir diese Art von Geschlechtsakt als abscheulich. Eine Frau, die in Verzückung käme, würde für einen Vergewaltiger so uninteressant wie Langnese für einen Eskimo. Da liegt der Punkt. Die Frau wehrt sich. Denn die Vergewaltigung schmerzt geistig und hinterläßt die Narben in der Seele. Für die Vergewaltiger ist die sexuelle Befriedigung zweit-, wenn nicht drittrangig. Primär geht es ihm um das Ausüben von Macht über einen Schwächeren. Und so finden wir den Grund für Selbstverteidigung in der Selbsterhaltung, im "NEIN", welches wir dem Angreifer sowohl verbal als auch körperlich entgegenstellen. Denn dieses "Nein" wäre ohne die körperliche Unterstützung vermutlich unbrauchbar. Aber es ist die Basis, die man braucht.
Wer kennt nicht die Situation, oder hat von ihr gehört, wenn man einen netten Menschen kennenlernt, und mit ihm, obwohl man es gar nicht wollte, am nächsten Morgen erwacht. In der Psychologie nennt man so etwas einen Appetenz-Aversions-Konflikt. Einerseits steht der Wunsch nach Zärtlichkeit, andererseits verstößt es gegen die eigenen Prinzipien, direkt am ersten Abend sexuellen Kontakt zu haben. Und dieses "nicht NEIN sagen können" wird der Frau von den Männern leicht anders ausgelegt, als man es sich wünscht: "Die ist leicht zu haben, die habe ich gestern auch schon flachgelegt, solltest Du auch mal drangehen, die braucht es !" Bei Männern treten da Skrupel weit seltener auf, man ist ein "toller Hecht", man hat "die Perle flachgelegt".
In der Psychologie kennt man den Hund, der nach Drücken einer bestimmten Taste Futter bekommt und diese Taste zu drücken lernt. Jeder Mann, der also einmal mit dieser Masche Erfolg hatte, wird sie nach Möglichkeit immer wieder anwenden (bestes Beispiel sind Heiratsschwindler, die durch ihr weltmännisches, charmantes Auftreten immer denselben Frauentyp in ihren Bann schlagen und sich nicht nur aus der sexuellen Not der Frau den finanziellen Erfolg sichern).

Aber selbst bei vorhandenem "NEIN" kommt die Frau in Grenzsituationen, in denen nur noch körperliche Gegenwehr hilft. Nach einer Statistik des BKA sind ca. 73 % der Vergewaltigungen in der Wohnung des Opfers oder des Täters verübt worden, davon kannten ca. 90 % der Opfer den Täter schon vorher.
Auch wenn der in der Kriminologie verwandte Begriff des "selbstprovozierenden Opfers" nur auf einen Bruchteil der Frauen zutrifft und fast gar nicht gibt, könnte durch Vorsorge sicherlich ein Teil der Vergewaltigungen vermieden werden, z.B. jemanden über einen längeren Zeitraum in Gesellschaft anderer Menschen erst besser kennenzulernen, bevor man ihn nach Hause einlädt, oder durch eindeutiges Verhalten von Anfang an zu zeigen, daß man jemanden zwar vielleicht nett findet, aber nicht als Sexualpartner in Betracht zieht. Sicherlich macht es Spaß zu flirten, aber die Gefahr, jemanden hinterher nicht wieder loszuwerden, ist nun mal da. Und während der romantische Mann auf rosa Wolken schwebt ("Hurra, sie hat mich angelächelt!"), ist unser potentieller Sextäter in Gedanken vielleicht schon am Ziel ... zum Anfang
 
 

IV.Was ist schon Selbstverteidigung ?


- Selbstverteidigung / Selbstbehauptung ist KEIN Kampfsport
- Sie brauchen KEIN jahrelanges Training (obwohl es nicht schadet)
- Sie brauchen NICHT besonders sportlich zu sein
- Sie brauchen KEINE besondere Kleidung (Jogginganzug genügt)

Schon immer haben manche Männer aufgrund ihrer sozialen Stellung (sexueller Mißbrauch von Abhängigen), ihrer kirchlich / ehelichen Macht ("die Frau sei dem Manne untertan", Vergewaltigung in der Ehe, "Züchtigungsrecht"), ihres ausgeprägten Sexualtriebes und psychopathischen Veranlagung Straftaten gegen die freie Selbstbestimmung und körperliche Unversehrtheit der Frau begangen. Doch damit das aufhört,....

Gibt es die Selbstverteidigung.
Im alten China und Japan entstand sie zum Schutz der Unterprivilegierten gegen die Adeligen und die Soldaten, denn nur diesen war das Tragen und Benutzen von Waffen erlaubt. Und so mußten die Unterdrückten lernen, sich Waffenlos oder mit alltäglichen Gegenständen zu wehren. Wichtig dabei war, wie auch noch heutzutage, die geistige Einstellung. Auch damals beherrschte das "NEIN" die Kampfbereitschaft und den Widerstand. Doch die größten Kämpfer waren die, die dem Kampf aus dem Wege gingen. Eine Art Selbstschutz, den auch wir für unseren Kursus vertreten, getreu dem Motto: "Wer sich in Gefahr begibt kommt darin um".
Deshalb: besser längere, bewohnte, beleuchtete Wege gehen, besser mit vertrauenswürdiger Begleitung in einen Pub gehen, etc.
Kommt es aber zum Konflikt, ist man auf sich selbst gestellt, zählt nur noch die Bereitschaft zum Kampf, der Wille, den Gegner auszuschalten, die Bereitschaft, das eigene Leben so teuer wie möglich zu verkaufen. Spätestens dann sollen alle Hemmungen, einem anderen Menschen wehzutun, verflogen sein. Sonst ist dieser Kurs nutzlos gewesen. Ihr Gegner hat nämlich vielleicht keine Hemmungen, Sie zu quälen oder gar zu töten. Sie sollten wie eine über Bewegungsmelder geschaltete Lampe sein und in dem Moment wo man sie braucht voll da sein.
Ja, Sie sollen explodieren. Eben noch das vermeintliche Opfer, jetzt die knallharte, äußerst wehrhafte Gegnerin.
Doch genau dadurch haben Sie einen Vorteil:

Die Überraschung.

Denn der Täter rechnet zwar eventuell mit Gegenwehr. Aber mit unkoordinierter. Die, leider zu oft, entweder die untauglichen Körperstellen betrifft (z.B. "Trommeln gegen die Brust") oder mit weniger tauglichen Mitteln (Kratzen, Beißen, Spucken) als einziger Technik durchgeführt wird. Und was nutzt schon der Kniestoß Richtung Genitalbereich, wenn er nicht knallhart und für den Mann unvorhersehbar durchgeführt wird ...zum Anfang
 

V.Was ist schon dieser Selbstverteidigungskursus / Selbstbehauptungskursus ?

Nicht mehr als die Soße zum Braten. Denn die Bereitschaft, sich zu wehren, kommt von Ihnen. Man kann in den angesetzten Trainingseinheiten niemanden zu einem Rambo machen. Wir sind uns dessen bewußt und haben daher versucht, ein Konzept zu entwickeln, welches sowohl den psychologischen als auch den physischen Aspekt der Selbstverteidigung abdeckt. Wir wollen mit einigen wenigen Techniken, möglichst viele mögliche Angriffe abzuwehren lehren. Sie sollten sich jedoch immer vor Augen halten: Es gibt keinen vollkommenen Schutz. Weder mit noch ohne Waffen.
Wir können das Risiko, Opfer einer Straftat der Art "Gewalt gegen Frauen" zu werden, nur verringern. Und um dieses zu untermalen, eine kleine Geschichte:
Ein durchtrainierter Mann, Träger des 3. Schwarzen Gürtels in Karate, wünschte sich schon immer, einmal in die Situation zu kommen, sich verteidigen zu müssen und das Gelernte ernsthaft anzuwenden, um zu sehen, wie das denn im wahren Leben wirkt. Eines Tages wird er auf der Autobahn durch einen anderen Fahrer böse geschnitten und droht mit der Faust. Der andere Mann geht auf die freundliche Aufforderung zur Prügelei bereitwillig ein und macht durch Zeichen deutlich, doch mal "rechts 'ran zu fahren". Unser Held, mit Vorfreude auf die endlich mal Kampfsituation in "Natur", folgt der netten Kampfplatzbestimmung "Kriechspur". Er hält an, kurz hinter dem anderen Fahrzeug. "Du wirst Dein blaues Wunder erleben!", grinst er, als er den Sicherheitsgurt Richtung Verschluß abtastet. Aber selbst auf mehrfachen Druck will der rote Knopf den Gurt nicht freigeben. Unser Freund vergißt für einen Moment die eigentliche Situation, in der er sich befindet, und bemerkt Bruchteile von Sekunden zu spät, daß seine Fahrertür geöffnet wird. Und bevor er seine Arme, wie so oft geübt, zur Abwehr nach oben bringen kann, treffen ihn die Schläge des Gegners ...
Lassen wir einmal die Selbstüberschätzung außer Acht. Diese Geschichte zeigt uns eigentlich, daß wir gegen das Schicksal machtlos sind, wenn es das so vorsieht. Keiner von uns, die wir diesen Selbstverteidigungskurs durchführen, ist Superman. Und keiner von uns ist unbesiegbar. Und keiner von uns wird sich wehren können, wenn der Gegner überraschend von hinten kommt und mit aller Konsequenz angreift.
Weiterhin nutzt es auch nichts, wenn Sie die gezeigten Techniken nur an den Trainingstagen üben und meinen, Sie hätten sie damit "drin". Einer der Gründe, warum wir dies und die nachfolgende Erklärung der einzelnen Techniken schreiben: Vergleichen wir mal die Selbstverteidigung mit dem Autofahren. Am Anfang hat man auch überlegt: Kupplung treten, Gang rein, Kupplung langsam kommen lassen, dabei leicht Gas geben. Aber wer denkt darüber jetzt noch nach. Genauso ist es mit der Selbstverteidigung und dem häufigen Üben. Die Techniken automatisieren sich.
Wir möchten, daß Sie auch später in der Lage sind, die im Kurs gelernten Techniken zu Hause ohne Partner zu üben (was Sie nach jeder Trainingseinheit tun sollten). zum Anfang

VI.persönliche Selbstinstruktion (PSI)

Die persönliche Selbstinstruktion (PSI) ist ein wichtiger Bestandteil und kann fast in einem Atemzug mit der Wichtigkeit der Körpersprache genannt werden. Hier bei der PSI geht es um den Glauben an das, was wir darstellen und um die Herabsetzung der Schockphase. Wie schon beschrieben können wir bei dem Angreifer eine Schockphase erzeugen, indem wir uns wehren. Was aber ist mit der Schockphase, die uns betrifft, wenn wir plötzlich angegriffen werden. Plötzlich steht da irgend so ein Kerl vor uns und würgt einen. Panik, Herzkasper, Starre, Urrrrks! Wieso konnte einem so etwas passieren, daß man sich nicht gewehrt hat? Vielleicht weil man nicht vorbereitet war? Weil einem im entscheidenden Moment nichts einfiel? Weil....? Weil....? Weil....? Natürlich weil man nicht damit rechnete. Aber man kann doch nicht immer vorbereitet sein. Nein, nicht immer, aber immer öfter. Aber wie....? Ganz einfach, durch die PSI.
Wer kennt nicht die alten Slapstickfilme, in denen man eine Bananenschale liegen sieht und weiß, daß der Darsteller gleich darauf ausrutschen wird. Wenn wir eine solche Bananenschale sehen, sagen wir uns auch nicht "Huch, da werde ich gleich ausrutschen!", sondern werden entsprechen reagieren und ausweichen.
Was will ich damit sagen? Hab´ ich vergessen!
Nein, Nein, Scherz beiseite. Wenn ich mich entsprechend im Kopf vorbereite, kann ich schneller auf eine Situation reagieren. Genauer: Wenn ich durch eine Tiefgarage gehe, die mir unheimlich ist und mir ständig sage, wenn jetzt einer versucht mich anzugreifen reagiere ich mit einem ....... Fauststoß, oder Kniestoß oder, oder, oder......., dann werde ich auch entsprechend reagieren.

A.Gefahren erkennen; Gefahren vermeiden!
Das ist ganz einfach erklärt. Ich mache lieber einen Umweg und benutze eine belebte Straße oder ein Taxi, als durch eine für mich gefährliche und einsame Gegend zu gehen. Das hat nichts mit Feigheit zu tun, sondern mit Intelligenz. Keiner begibt sich unnötig in Gefahr. Selbst wenn jemand uns feige schimpft, dann getreu dem Motto „ Lieber einmal feige, als immer tot!" zum Anfang
 

VII.Spiegelsprüche, PSI die 2.

Der "Weiße Ring", eine Organisation, die sich der Hilfe für Opfer von Straftaten verschrieben hat, startete im Jahre 1988 ein Programm zugunsten von Frauen, Kindern und Senioren mit dem Namen „Spiegelbilder". Zu diesem Programm gehörten ein kleines Aufklärungsheftchen, sowie eine Folie mit diversen Aufklebern. Man hatte erkannt, daß persönliche Selbstinstruktion ein wichtiger Bestandteil unseres täglichen Lebens sein sollte. Diese Aufkleber waren für das Badezimmer gedacht, welches der normale auf Reinlichkeit bedachte Mensch jeden Morgen aufsucht. Ein Aufkleber auf dem Spiegel, der Puderdose, dem Rücken der Haarbürste mit Sprüchen, wie z.B. Ich bin stark, ich bin wichtig, Es gibt einen Weg, Ich kämpfe für meine Sache oder Jeder hat eine Chance, beeinflussen schon morgends unser Selbstwertgefühl. Denn in kriminologischen Untersuchungen wurde bewiesen, daß Täter ihre Opfer oftmals unter den weniger selbstbewußt wirkenden Frauen aussuchen. Also kann man schon durch solch einfache Tricks sein Selbstbewußtsein stärken und somit lernen seine „Ich-bin-kein-Opfer-Signale" besser auszubilden. Der weiße Ring versendet diese Heftlein mit Aufkleber übrigends kostenlos unter der Adresse: Weißer Ring, Weberstr. 16, 55130 Mainz. zum Anfang

VIII.Das "NEIN" und allgemeine Hinweise


Bei fast allen Angriffen, denen Sie ausgesetzt sein können, gibt es für die Verteidigung notwendige Regeln, die Sie immer beachten sollten und die genauso wichtig sind wie die eigentliche Aktion, mit der Sie Ihren Gegner ausschalten. Der erste Schritt zur Abwehr ist das Wort "Nein". Zum ersten muß das Nein und die Bereitschaft zur Selbstverteidigung im Kopf sein. Zu zweiten sagt man es zum Angreifer, damit er Bescheid weiß (Die Lautstärke ist frei wählbar, jedoch je lauter, desto besser). Trauen Sie sich ruhig "Nein" zu sagen, wenn Sie es so meinen. Setzen Sie Ihren Standpunkt durch. Der erste Schritt zur Selbstbehauptung beginnt mit einem "Nein". Bleiben Sie ruhig, auch wenn Ihnen das Herz im Leibe pocht. Und wenn Sie auch Ihre gesamte Wut in die Abwehr legen sollen, werden Sie nicht blindwütig. Sie kommen damit in die Gefahr, ziellos draufzuschlagen. Deshalb: agieren Sie mit "kalter Wut". Wenn es die Angriffsart zuläßt, halten oder suchen Sie Abstand. Es macht den Angriff für Sie durchschaubarer und hält Sie aus der unmittelbaren Gefahrenzone. Blicken Sie Ihrem Gegner nach Möglichkeit immer in die Augen. Nur so haben Sie Ihn immer ganz im Blickfeld, vorausgesetzt, er steht in Schlagabstand vor Ihnen. Keine Sorge, Sie sehen seinen Angriff seinen Augen an. Und selbst wenn nicht, nehmen Sie den Angriff in Ihren Augenwinkeln wahr, was zu reflexartigem Handeln Ihrerseits führt, da Sie nicht ständig auf seine Arme, oder Fäuste starren.

Eine plötzliche Irritation des Gegners durch überraschendes Anschreien, Anspucken, Schlagen, Treten, Werfen von Gegenständen nennt man "Schocken". Diese Aktion soll den Gegner von unserer Folgetechnik ablenken und/oder bewirken, daß er ganz kurz seinen Angriff unterbricht. Jeder hat schon mal erlebt, wenn man aus einer Tür tritt und es steht plötzlich jemand vor einem. In Gedanken wird ein kleines "uurrrkkks" ausgestoßen und man verdaut erst mal den kurz eintretenden "Herzkasper". Diesen eintretenden Schock nennt man Sack- oder vagotone Schockphase. Das ist es, was wir bei dem Angreifer erreichen wollen. Durch massiven Widerstand bei dem Gegner eine Sackphase schaffen, die nach wissenschaftlichen Untersuchungen, zwischen 1 sec. bis 20 sec. andauern kann.

Bei Technikausführung sollten Sie einen Kampfschrei ausstoßen: er gibt Ihnen zusätzliche Kraft und fördert gleichzeitig die vorher erwähnte Sackphase. Wenn Sie nicht wissen, was, schreien Sie einfach nochmals...
"NEIN"!
Ach ja, wenn es zu einem Angriff kommen sollte und Sie meinen, um Hilfe rufen zu müssen,........ vergessen Sie es. Es kommt Ihnen sowieso keiner zu Hilfe.

Unser Tip in solch einer Situation:
Rufen Sie "Feuer"!zum Anfang
 
 

IX.Das Gegensatzprinzip


Wie Sie sicherlich schon bemerkt haben, gibt es in unserer Welt Gegensätze, die nicht nur auf Kleinigkeiten beruhen. Bei den Japanern ist dies Grundsatz ihrer Philosophie. Das bekannte Zeichen dafür ist . Die Namen sind Yin und Yang. Gut und Böse, Feuer und Wasser, Himmel und Hölle, Mann und Frau (Sie müssen das mit den Kleinigkeiten ja nicht so wörtlich nehmen !), Angreifer und Verteidiger, Sieger und Besiegte, Opfer und Täter, Gute Zeiten - Schlechte Zeiten (Entschuldigung, die gibt es nur auf RTL).

Die Übergänge sind fließend, und so gibt es in uns nicht nur Gutes, sondern auch Böses, und es gibt männliche Frauen und weibische Männer etc.. Für unseren Selbstverteidigungskurs bedeutet das: die Gejagte kann zum Jäger, das Opfer zum Täter werden. Wir haben inzwischen gelernt, notfalls die Situation umzukehren und aus scheinbar Besiegten Sieger zu machen. Denn ich hoffe, in Ihren Reihen genug Selbstvertrauen zu finden, die das möglich macht, und wenn Sie nur ihren gewohnten Heimweg "sicherer" gehen, im Bewußtsein möglicherweise drohender Gefahr, aber mit dem Herz in der Faust und nicht in der Hose. Aus eigener Erfahrung können wir sagen, daß wir vor einem Kampf auf der Matte und danach gezittert haben vor Aufregung und Anspannung, aber dazwischen - waren wir eiskalt. Und das sollen Sie auch werden. Sehen Sie es mal so: die Situation ist da, und Sie können sie nicht ändern. Aber Sie können ihren Ausgang beeinflussen. Und - vom Gejagten zum Jäger werden. zum Anfang
 
 

XI.Körpersprache


Kennen Sie den Unterschied zwischen Emma Peel (oder Brigitte Nielsen oder Grace Jones der Greta Garbo) und der Mona Lisa ? Na gut, Mona Lisa war nicht im Film, aber etwas unterscheidet sie ganz besonders: ihre Haltung. Lieb lächelnd, den Kopf etwas geneigt, die Traumfrau für den dominanten Mann. Dagegen Grace Jones: eiskalte Augen, dominantes Auftreten, unantastbar. Frage: wie wird aus Ihnen, liebe Leserin, eine Grace Jones ? Ganz einfach. Setzen Sie sich doch einmal hin wie Mona Lisa. Dann heben Sie Ihren Kopf ein Stück, und - Sie sehen "normal" aus. Heben Sie den Kopf noch ein Stück, und - Sie sehen überheblich, unantastbar aus - wie Grace Jones oder Emma Peel etc. Warum plustert sich ein Vogel auf, warum trommelt ein Gorilla auf seine Brust, warum zieht "Mann" seinen Bauch ein, wenn ein hübsches Mädchen vorbeigeht ? Die Lösung: Körpersprache. Sowohl durch die Haltung des Kopfes als auch durch die Haltung des Körpers signalisieren wir unserem Gegenüber, was und wer wir sind und was wir fühlen. Und da wir alle Schauspieler sein können, auch dann, wenn es uns eigentlich nicht danach ist, können wir diese Signale senden, um uns selbst zu schützen oder uns Persönlichkeit zu geben. Wenn Sie das nächste Mal John Wayne im Fernsehen sehen, achten Sie einmal darauf: Aufrecht, beim Gang nur die Hüften bewegend, den Kopf etwas über Normalposition erhoben. Genauso sollen Sie sich zu bewegen lernen. Machen Sie sich groß und stark, gehen Sie nicht gebeugt und ängstlich. Sie signalisieren Selbstbewußtsein. Ein Teil Ihrer Gegner wird dadurch abgeschreckt, auch wenn sie nur bluffen. Probieren Sie es aus: Gehen Sie über eine belebte Straße und sehen Sie einem entgegenkommenden Mann fest und ohne zu lächeln in die Augen, bis er ..........

..........wegschaut!zum Anfang
 
 

XII.Kommunikation


Es gibt verschiedene Möglichkeiten auf eine Situation zu reagieren, wenn man, wie sagt man so schön "doof von der Seite angemacht wird". In einigen Fachbüchern wird dann ein Kommunikationsmodell erstellt, in dem man lernt jegliche Eskalation zu vermeiden und beruhigend auf sein gegenüber einzureden, Distanz zu wahren oder den verstehenden Vater- oder Mutterersatz zu mimen.
Dies ist sicher richtig, wenn man sich bereits in einer Vergewaltigungssituation befindet. Zeit schinden würde man dazu sagen. Auf die richtige Gelegenheit warten, um sich zu wehren, wenn es momentan nicht ratsam wäre, weil man ein Messer am Hals hat.
Aber was konkret kann man tun, wenn man einen blöden Spruch untergeschoben bekommt? In einer Disco, wo viele andere Menschen versammelt sind kann man den Sprücheklopfer bloßstellen, indem man ihn ohrfeigt, oder laut seine vielleicht sexuelle Anzüglichkeit wiederholt. Was aber im U-Bahnschacht oder den an der Ecke rumhängenden Jugendlichen erwidern?
Zunächst einmal nonverbal zeigen, daß man nicht der Typ ist, den man so einfach anspricht. Siehe hierzu Kapitel XI. Körpersprache. Ansonsten den Verbaltäter überraschen, sich auf seine Sprachebene begeben und einen vielleicht vorbereiteten Spruch zurückschieben. Das wäre unser Tip zu diesem Thema. Die Flucht nach vorn.zum Anfang